Christians Blog

 

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2 Tage Uni

Die ersten 2 Tage Uni sind um, man-o-man...hier wird einem ordentlich was abverlangt...komm mir wieder vor wie im Gymnasium...HAUSAUFGABEN!!!!!Das Wort ist in den letzten 2 Jahren gänzlich aus meinem Wortschatz verschwunden. Man muss hier wirklich jede Woche einen Aufsatz abgeben, tausende Seiten lesen, und nebenbei noch die Klausuren schreiben...das in jedem Fach. Ich mag es nicht in den A*** getreten zu werden, HAUSAUFGABEN...wo kommen wa denn da hin!!! Na ja, wie auch immer...meine Dozenten sind klasse, und eine bessere Lernatmosphäre kann ich mir kaum vorstellen. Aber eins steht fest, die Kurse verlangen einem ne Menge ab, vor allem Zeit. Ansonsten gibt es nicht viel spannendes zu erzählen. Ach ja: Ich arbeite mit einem genialen Prof. an einer Home page über globale Armut (http://ucatlas.ucsc.edu), macht großen Spass mit ihm die Inhalte zu diskutieren, sowieso ist die Beziehung Prof-Schüler hier ganz anders, viel offener, keine klare Hierarchie. Fühl mich schon sehr heimisch hier und freue mich auf die Herausforderungen die jetzt anstehen...Ich werd ab jetzt denke ich wöchentlich den Blog updaten, immer zum Wochenende hin. Liebste Grüße aus Santa Cruz

MEIN BETTCHEN IN DER KÜCHE...
23.9.06 09:49


Bin eingezogen

Letzte Woche Sonntag haben Felix und ich unser neues Apartment bezogen. Soweit allet schick, bin sehr zufrieden. Die Woche verging sehr schnell. Am Anfang ist hier doch noch relativ viel administrativer Aufwand angesagt, zwecks Kursen, Visa, Wohnung (Geschirr, Bettwäsche, Drucker, Internet, Futter, MÖBEL...etc.) . Ich verbringe jetzt schon viel Zeit in der Uni, um mich auf die kommenden Kurse vorzubereiten, für das erste Trimester heisst das: 1. Wirtschaftschinesisch, 2. Wirtschaftsportugiesisch, 3. International Trade (internationaler Handel) und Development Economics (Entwicklungspolitik). Ich habe außerdem sowas wie eine Volkshochschule gefunden, wo ich weiter an meinem Spanisch arbeiten kann. Dort nehme ich zur Zeit auch kostenlos Englischstunden (bin da eigentlich fehl am Platz weil das Programm von der Regierung für Immigranten aufgesetzt wurde, man also hauptsächlich mit Mexikanern in der Klasse sitzt... was prima ist, weil ich so an meinem spanisch arbeiten kann). Auf meinem ersten amerikanischen Lunch war ich auch schon, wurde von einer Bekannten eingeladen, die auf der Ranch ihrer Tante mit großem Barbecue und Countryband ihren Geburtstag feierte. Morgen machen Felix und ich eine Tour Richtung Norden auf dem Highway 1 entlang des Pazifik (Felix hat sich für die Zeit hier ein altes Cabrio geleistet). Ansonsten genieße ich es zurzeit lange und ausgiebig in unserem Apartment zu frühstücken (dafür war in den letzten 2 Jahren nur ganz selten Zeit), dabei das Meer rauschen und die Seelöwen jaulen zu hören. Außerdem habe ich das Glück mit Felix einen exellenten Koch erwischt zu haben...klare Arbeitsteilung...Felix:Kochen, Christian: Abwasch, und so gibt es jeden Abend wat leckeres für den Gaumen, wat will man mehr.
...die Terasse unseres Apartments (Fotos von innen können hier noch nicht veröffentlich werden, Stichwort MännerWG) ...mein Lieblingscafe ...mein Lieblings-Fortbewegungsmittel (hat nur 2 Tage gedauert bis mir der Reifen geklaut wurde)... meine Lieblings- Joggingstrecke
9.9.06 09:13


9.9.06 07:57


Hab ne Bleibe gefunden

Die Suche hat ein Ende. Ab Sonntag werd ich mir ein Appartment mit Felix teilen. Wir haben der Uni in Berlin dasselbe Stipendium bekommen und kennen und schon aus Berlin. Das Appartment hat eigentlich nur ein Zimmer, eine Küche, aber auch eine große Terasse. Im teuren Santa Cruz (Preise aus Berlin mit 2 multiplizieren und ein $ ranhängen) war "Roomsharing" die einzig in Frage kommende Möglichkeit. Ich bin sehr zufrieden, denn wir einen wirklich guten Preis bekommen haben( Fotos demnächst). Zur Zeit schlafe ich im Hostel. Am Sonntag war ich mit Ignazio aus Chile in San Francisco Die Stadt ist wunderschön, mit einer ganz verspielten Architektur. Diese kleinen süßen viktorianischen Häuser überall haben mein Herz im Sturm erobert, nur einige Wolkenkratzer stören das Bild. In den 20er Jahren muss diese Stadt einfach überwältigend schön gewesen sein.

Ich verbringe viel Zeit auf dem Campus. Jeden Morgen, wenn ich den Berg auf dem die Uni liegt erklummen habe bin ich aufs neue entzückt von der Schönheit der Landschaft hier oben, in mitten von riesen Redwoodbäumen, einem Wahnsinnsblick auf die Stadt und den Pazifik und so manch ungewohnten Aussehen einiger Studenten
Ich freue mich sehr darauf hier oben die nächsten 10 Monate verbringen zu können. In der Stadt fühle ich mich nicht ganz so wohl. Obwohl Santa Cruz die liberalste Stadt in Kalifornien ist(Love, peace, happiness), ist der Materialismus stark ausgeprägt. Neben millionenschweren Villen und teuren Restaurants kämpfen die Obdachlosen um ihr Überleben. Man zahlt viel Geld für sein Dinner, läßt aber den Menschen 20 Meter weiter hungern. Man spielt Beachvolleyball, grinst im ganzen Ort um die Wette, fährt mit riesigen Jeeps die Strandpromenade entlang, versucht die Wellen mit seinem Surfbord zu reiten, vor den Augen von Menschen die es sich nicht einmal leisten können ihren täglichen Kalorienbedarf zu stillen, geschweigedenn medizine Versorgung oder sanitäre Anlagen. Die Obdachlosen sind immer allein unterwegs, weil sie in der Gruppe Gefahr laufen von der Polizei gewaltsam "entfernt" zu werden, weil sie die Ökonomie des Tourismus gefärden, obwohl es kein Gesetz gibt, dass dieses Vorgehen legitimiert. Der Anblick dieser Sachen macht mich so traurig, man fühlt sich so machtlos, so klein, aber ist man es wirklich??? Ich schaffe es nur mit größter Anstrengung diesen Menschen aufrecht in die Augen zu sehen, so sehr schäme ich mich einer von denen zu sein die all das einfach passieren lassen, obwohl man sich der Grausamkeit dieses Szenarios ganz klar bewusst ist!
31.8.06 09:24


Ein Paradis

Nur ein paar kurze Zeilen zu Santa Cruz. Nie im Leben hätte ich mir vor ein oder zwei Jahren erträumt einmal ein Jahr im Paradis studieren zu können. Ich bin überwältigt von der Schönheit dieses Ortes. Jeden Morgen jogge ich am Strand, wo schon seit Sonnenaufgang (5.30 Uhr) die Surfer versuchen die ersten Wellen zu erhaschen, wo Seerobben auf den Felsen der Steilküste ihr Unwesen treiben (Santa Cruz hat eigentlich nur einen 200m Sandstrand, der Rest ist Steilküste mit kleinen Ministränden zwischendurch), wo mir Rehkitze auf dem Weg zu Uni begegnen, wo der Himmel jeden Tag blau daherstrahlt. Der Ort ist Zuflucht für alle Althippies, so dass überall in der Straße Menschen mittleren Alters mit langen Haaren und zerfetzten Klamotten rumrennen. Das Motto des Orts ist "Organic"...was im deutschen am Besten mit "Bio" zu übersetzen ist. Man sieht hier nur ganz selten das Klischee vom dicken Amerikaner, alle Wohnungsanbieter suchen Vegetarier (vegis) oder "spiritual" people. Es ist ein wenig wie im Friedrichshain, also ein wenig Heimat. Trotzdem hab ich meine Probleme mit so manchen Amis (vielleicht liegt es einfach an dieser grauenvollen Sprache (Aktzent)). Mir gehts gut, ich bin auf der Suche nach Asiaten, die mit mir ein 10 qm Zimmer teilen, um Geld zu sparen. Im Studentenwohnheim wollen sie für ein Dreibettzimmer 690$ auf dem Campus sogar 1100$. Ich bin zuversichtlich das noch andere Sparfüchse unterwegs sind mit denen man dasselbe für ein Drittel haben kann. Ich halt euch auf dem Laufenden...
25.8.06 05:39


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